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Zahmmedizinisches Kompetenzzentrum

PCCS – Gewinnung von Wachstumsfaktoren

Das PCCS (Platelet Concentrate Collection System) ist eine spezielle Technik, um Blutplasma mit einer erhöhten Anzahl an Blutplättchen zu gewinnen.

Blutplättchen sorgen nicht nur für den Verschluss einer Wunde, indem sie miteinander verklumpen (Blutgerinnung). Sondern sie setzen darüber hinaus Wachstumsfaktoren frei, die die Heilung einer Wunde fördern. Diese Eigenschaft macht man sich beim PCCS zunutze: Das gewonnene „plättchenreiche Plasma“ (PRP – platelet rich plasma) wird unter anderem bei Implantationen und Knochenaufbau, aber auch gelegentlich in der Parodontologie eingesetzt. Es kann die Heilung von Weichgewebe fördern sowie die Knochendichte („Knochenqualität“) des neugebildeten Knochens erhöhen. Eingriffe, bei denen plättchenreiches Plasma eingesetzt wird, verlaufen häufig mit geringeren Beschwerden und Schwellungen.

Wie funktioniert das Verfahren?

1. Blutentnahme

Kurz vor dem Eingriff, beispielsweise vor einem Knochenaufbau, entnehmen wir Ihnen eine geringe Menge Blut (54 ml), das mit einem gerinnungshemmenden Stoff gemischt wird.

2. Herausfiltern der Blutplättchen

In einem speziellen Gerät, einer Zentrifuge (PCCS der Firma 3i), werden die Blutplättchen herausgefiltert. Es entsteht ein „plättchenreiches Plasma“ (PRP – platelet rich plasma), das in einem sterilen Röhrchen aufbewahrt wird.

3. Einfügen an der entsprechenden Stelle

Das Plasma wird entsprechend verwendet. Es kann z. B. für einen Knochenaufbau oder während der Parodontitistherapie zum Erhalt stark gelockerter Zähne eingesetzt werden.

Die im plättchenreichen Plasma in hoher Zahl enthaltenen Wachstumsfaktoren können die Heilung des Knochens fördern: Die große Anzahl an Blutplättchen bewirkt, dass die kleine Wunde sehr gut versorgt wird.

Für welche Anwendungen in der Zahnmedizin ist das PCCS geeignet?

Das PCCS ist bei verschiedenen Anwendungen erfolgversprechend:

  • beim Knochenaufbau, z. B. beim Sinuslift im hinteren Bereich des Oberkiefers zur Verbesserung der Knochenqualität,
  • bei Implantationen zum Einheilen des Implantats in den Kiefer,
  • zur Regeneration nach einer Parodontitis, wenn sich Zähne bereits stark gelockert haben,
  • in einigen Fällen bei Risikopatienten, beispielsweise Diabetikern, um die Wundheilung zu verbessern.